So verdoppelst du dein Selbstvertrauen: Selbstwirksamkeit und Selbstachtung
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Du verdoppelst dein Selbstvertrauen, indem du zwei Dinge verbindest: Selbstwirksamkeit und Selbstachtung. Selbstwirksamkeit heißt, dass du erlebst: Mein Handeln bewirkt etwas. Selbstachtung entsteht, wenn du dir selbst gegebene Versprechen hältst. Beides lässt sich Schritt für Schritt trainieren.
Selbstvertrauen entsteht nicht durch Einreden, sondern durch Erfahrungen, die du dir selbst beweist.
Was Selbstvertrauen eigentlich ist
Selbstvertrauen bedeutet, dir selbst etwas zuzutrauen. Es hängt stark davon ab, wie du dich selbst betrachtest und bewertest, und genau diese Sicht kannst du beeinflussen. Die Psychologie spricht von Selbstwirksamkeit. Der Psychologe Albert Bandura (Stanford University, 1925 bis 2021) beschrieb sie 1977 als den Glauben an die eigene Fähigkeit, Handlungen zu planen und erfolgreich auszuführen.
Meine Erfahrung als Coach: Viele Menschen warten auf ein Gefühl von Selbstvertrauen, bevor sie handeln. Es funktioniert andersherum. Zuerst kommt das Tun, dann das Vertrauen.
Baustein 1: Selbstwirksamkeit, damit du erlebst, dass dein Handeln wirkt
Um Selbstvertrauen aufzubauen, brauchst du die Erfahrung, dass du etwas schaffen kannst, kurz gesagt: Erfolg. Ohne diese Erfahrung bleibt Selbstvertrauen ein Wunsch. Dahinter steckt ein emotionales Grundbedürfnis. Jeder Mensch möchte erleben, dass er:
Leistung bringen kann
Dinge schaffen kann
wachsen kann
vorankommen kann
Dinge erreichen kann
eine Wirkung erzielen kann
Wenn du viel tust, aber nichts passiert, ziehst du schnell den falschen Schluss: „Ich bin nicht fähig genug.“ Damit baust du dein eigenes Selbstvertrauen ab. Bandura beschrieb diesen Mechanismus ähnlich: Wiederholte Misserfolge können die Selbstwirksamkeit schwächen, vor allem, wenn sie am Anfang stehen und noch keine Erfolge dagegenstehen.
Eigene Erfolgserlebnisse sind die stärkste Quelle für Selbstvertrauen.
Nach Bandura gibt es vier Quellen, aus denen sich Selbstwirksamkeit speist:
Quelle | Was das bedeutet | Beispiel für dich |
Eigene Erfolgserfahrung | Du tust etwas und es gelingt. Die stärkste Quelle. | Du erledigst heute die Aufgabe, die du seit Tagen vor dir herschiebst. |
Vorbilder | Du siehst, wie jemand, der dir ähnlich ist, Erfolg hat. | Du sprichst mit jemandem, der dein Ziel schon erreicht hat. |
Ermutigung | Du bekommst glaubwürdige Rückmeldung. Allein wirkt sie am schwächsten. | Du bittest eine Vertrauensperson um ehrliches Feedback. |
Körperliche und emotionale Verfassung | Du deutest Anspannung als Signal, nicht als Beweis für Unfähigkeit. | Du sagst dir vor einem Gespräch: Aufregung heißt, dass es mir wichtig ist. |
Löse die positive Kettenreaktion aus
Du stößt den ersten Dominostein um und erzeugst damit eine Aufwärtsspirale. Schau nicht nur auf die großen Ziele in der Zukunft, sondern konzentriere dich auf das, was jetzt vor dir liegt. Das Tun ist das Ziel, der Erfolg ist die Folge. Wichtig dabei: Es geht nicht um irgendein Tun, sondern um das Richtige. Die Wirkung muss auch in deinem Inneren ankommen.

Baustein 2: Selbstachtung, damit du dir selbst glaubst
Unser zweites großes Grundbedürfnis ist, bedeutsam zu sein: anerkannt, wertgeschätzt und respektiert zu werden. Das beginnt bei dir selbst. Wie viel Anerkennung du von außen bekommst, spielt kaum eine Rolle, solange du dich selbst nicht auf derselben Ebene wertschätzt.
Vielleicht kennst du das: Du fühlst dich unattraktiv oder kaputt, und selbst wenn mehrere Menschen dir das Gegenteil sagen, glaubst du es nicht. Zuspruch von außen kommt nur an, wenn du ihn innerlich annehmen kannst. Auch das passt zur Forschung: Ermutigung durch andere ist laut Bandura allein die schwächste Quelle von Selbstwirksamkeit.
Wenn du dir selbst gegebene Versprechen hältst, wächst deine Selbstachtung.
Wenn du dich entscheidest, ein Ziel zu erreichen, ist das ein Versprechen an dich selbst. Halte dein Wort, und du wirst Achtung vor deinem Wort bekommen und damit vor dir. Kombinierst du Selbstachtung mit Selbstwirksamkeit, entsteht Selbstvertrauen, denn du vertraust nur dem, was du magst und kannst.
So startest du die Aufwärtsspirale
Gib dir heute ein kleines Versprechen. Wähle etwas, das du sicher schaffen kannst und das dich wirklich weiterbringt.
Halte es, ohne Ausnahme. Hake es ab, damit du deinen Erfolg sehen kannst.
Steigere dich Schritt für Schritt. Von Aufgabe zu Aufgabe wächst deine Selbstachtung und mit ihr dein Vertrauen.
Hole dir Rückmeldung. Sprich mit Vorbildern oder Vertrauenspersonen über das, was du erreichst.
Fazit
Selbstvertrauen ist keine Charaktereigenschaft, die du hast oder nicht, sondern das Ergebnis von Selbstwirksamkeit und Selbstachtung. Ob es sich bei dir verdoppelt oder vervielfacht, kann ich nicht garantieren. Aber mit jedem gehaltenen Versprechen wird die Basis fester.
Häufige Fragen zum Selbstvertrauen
Was ist der Unterschied zwischen Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit?
Selbstvertrauen ist das allgemeine Vertrauen in dich selbst. Selbstwirksamkeit ist der Glaube, eine bestimmte Aufgabe bewältigen zu können, und gilt als Baustein des Selbstvertrauens.
Wie lange dauert es, Selbstvertrauen aufzubauen?
Eine feste Frist gibt es nicht. Entscheidend ist, dass du regelmäßig kleine Versprechen hältst und Erfolge bewusst wahrnimmst. So wächst das Vertrauen Schritt für Schritt.
Was tue ich, wenn etwas nicht klappt?
Misserfolge gehören dazu. Starte mit machbaren Schritten, damit du nicht zu früh zu viele Rückschläge sammelst, und nutze Fehlversuche als Information, was du beim nächsten Mal anders machst.
Dein Steffen Kirchner
Letzte Aktualisierung: Oktober 2026





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