top of page
Academy Logo weiß_gelb.png

Daran erkennst du, dass du im falschen Job bist: Der Energie-Check

24. Nov. 2019
3 Min. Lesezeit

Du bist im falschen Job, wenn deine Arbeit dich über längere Zeit mehr Energie kostet, als sie dir gibt. Entscheidend ist nicht, wie viel du arbeitest, sondern wie du dich danach fühlst: erfüllt oder leer. Manchmal ist auch gar nicht der Beruf das Problem, sondern die Art, wie, wo oder mit wem du ihn ausübst.


Der verlässlichste Test für den richtigen Job ist deine Energiebilanz, nicht dein Stundenplan.


Der Glaubenssatz „Arbeit kostet Energie“

Bei meiner Erfolgsoffensive stehe ich zwei Tage lang zehn bis zwölf Stunden auf der Bühne. Viele Teilnehmer fragen mich: „Wie schaffst du das, Steffen? Schon als Teilnehmer ist es aufreibend, und du beantwortest danach noch Fragen.“ Daran erkenne ich einen Glaubenssatz, den viele in sich tragen: Arbeit muss erschöpfen.


Wir haben ihn früh gelernt. In der Schule mussten wir uns anstrengen und Willenskraft beweisen, um gute Noten zu bekommen. Unsere Eltern und Großeltern kamen abends erschöpft nach Hause: „Das war wieder ein harter Tag, davon muss ich mich am Wochenende erholen.“


Anstrengung und Erschöpfung sind nicht dasselbe: Sinnvolles Tun darf fordern und lädt dich trotzdem auf.


Energiebilanz: So prüfst du deinen Job

Mach über mehrere Monate eine Kosten-Nutzen-Rechnung für dich. Frag dich dabei: Bringt mir mein Job mehr Energie, als er mich kostet? Habe ich nachher mehr Energie als zuvor? Fühle ich mich anschließend erfüllt? Diese Fragen helfen dir weiter:


  • Was überwiegt am Ende des Tages, wenn dein Energieaufwand hoch ist?

  • Hast du bei deiner Arbeit das Gefühl, genau richtig zu sein?

  • Wärst du eigentlich lieber ganz woanders?

  • Gibt es Erwartungen an dich, die dich festhalten?


Ein praktischer Tipp: Notiere dir nach jedem Arbeitstag in einem Satz, ob du mit mehr oder weniger Energie aus dem Job gegangen bist. Nach einigen Wochen siehst du ein Muster, das mehr aussagt als ein einzelner schlechter Tag.


Wenn ich auf der Bühne stehe und tue, was ich tue, will ich nichts anderes machen. Daran merke ich, dass ich in meinem Element bin. Wenn du bei deiner Arbeit lieber etwas anderes tun würdest und das über einen längeren Zeitraum anhält, ist es Zeit, etwas zu verändern. Denn dann verbrauchst du dauerhaft mehr Energie, als du zurückbekommst.


Falscher Job oder falsches Umfeld?

Vielleicht bist du im richtigen Beruf, aber auf die falsche Art, im falschen Unternehmen oder mit den falschen Kunden unterwegs. Mir hat mein Beruf im Grunde viel Spaß gemacht. Trotzdem hat er mir Energie geraubt, weil einige Kunden nicht veränderungsbereit waren und lieber jammern wollten. Es war also nicht der Job an sich, sondern es passte etwas nicht. Prüfe diese fünf Faktoren:


Faktor

Deine Prüffrage

Zeit

Passt der Zeitpunkt und der Rhythmus, in dem du arbeitest?

Menge

Ist die Arbeitsmenge fordernd, aber zu schaffen?

Menschen

Arbeitest du mit Menschen, die dich unterstützen und etwas bewegen wollen?

Aufgabe

Entspricht die Aufgabe dem, was du gut kannst und gern tust?

Umfeld

Gibt dir das Unternehmen und Team Raum, dich zu entfalten?


Warnsignale, die du ernst nehmen solltest

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burn-out in ihrer Klassifikation ICD-11 als Syndrom, das auf chronischen, nicht erfolgreich bewältigten Stress bei der Arbeit zurückgeht. Sie nennt drei Merkmale, die zugleich als Warnsignale für deine Energiebilanz taugen:


Merkmal (WHO)

Woran du es merkst

Erschöpfung

Du bist auch nach Ruhephasen leer und ausgelaugt.

Innere Distanz

Du empfindest Zynismus oder Ablehnung gegenüber deiner Arbeit.

Verringerte Leistungsfähigkeit

Du hast das Gefühl, bei deiner Arbeit nichts mehr zu bewirken.


Wichtig: Die WHO versteht Burn-out als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit. Trotzdem gehören anhaltende Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit in professionelle Hände, etwa zu deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.


Du bist damit nicht allein

Laut Gallup Engagement Index Deutschland 2025 sind nur 10 Prozent der Beschäftigten emotional hoch an ihren Arbeitgeber gebunden. 77 Prozent haben eine geringe und 13 Prozent keine emotionale Bindung. Beschäftigte ohne Bindung waren 2025 im Schnitt 9,7 Tage krank, hoch gebundene nur 5,7 Tage. Gallup bezeichnet geringe Bindung ausdrücklich als Führungsproblem, nicht als Einstellungsproblem der Beschäftigten.


Wenn dein Job dir keine Energie gibt, liegt das häufig am Umfeld und nicht an dir.



Fazit

Der richtige Job zeigt sich an deiner Energiebilanz. Kostet dich die Arbeit über Monate mehr, als sie dir gibt, verändere etwas: erst Art, Umfeld oder Menschen, wenn nötig auch den Job selbst.


Häufige Fragen zum falschen Job

Woran erkenne ich, dass ich im falschen Job bin?

Wenn dich deine Arbeit über längere Zeit mehr Energie kostet, als sie dir gibt, und du lieber ganz woanders wärst. Eine regelmäßige Energiebilanz über mehrere Monate macht das sichtbar.

Ist es der falsche Job oder nur eine schlechte Phase?

Eine schlechte Phase geht vorüber. Hält das Gefühl über Monate an, lohnt sich ein genauer Blick auf Zeit, Menge, Menschen, Aufgabe und Umfeld.

Soll ich sofort kündigen?

Nicht überstürzt. Prüfe zuerst, ob sich Art, Umfeld oder Menschen ändern lassen. Bei anhaltender Erschöpfung oder Hoffnungslosigkeit lass dich zusätzlich ärztlich oder therapeutisch beraten.


Dein Steffen Kirchner



Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Kommentare


bottom of page