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Zukunft & Morgen gibt es nicht! Warum Aufschieben dich dein Leben kostet

Kurz beantwortet: "Morgen" existiert nicht real – es ist nur eine gedankliche Vorstellung, keine garantierte Tatsache. Wer Wünsche, Träume und wichtige Momente mit anderen Menschen ständig auf "später" verschiebt, lebt am Ende oft nicht das eigene Leben, sondern das Leben, das andere für einen vorgesehen haben. Die einzige Zeit, die du sicher hast, ist jetzt.


Letzte Aktualisierung: Juli 2026


Was ist Aufschieberitis wirklich?

Aufschieberitis beschreibt die weit verbreitete Angewohnheit, Dinge, die eigentlich heute erledigt werden könnten, gedanklich auf morgen zu verschieben. Anders als eine echte Krankheit endet sie nie tödlich – meist beendet stattdessen der Tod all das, was du dir vorgenommen, aber nie umgesetzt hast.

Die Fähigkeit, gedanklich in Vergangenheit und Zukunft zu reisen, unterscheidet dich von der Tierwelt und hilft dir, aus Fehlern zu lernen. Sie hat aber einen entscheidenden Nachteil: Du schiebst damit auch vieles bewusst vor dir her, was eigentlich jetzt dran wäre – vom unangenehmen Telefonat bis zum lang aufgeschobenen Familienbesuch.


Warum "Morgen" gar nicht real existiert

Hier eine unbequeme Wahrheit: "Zukunft" gibt es nicht. "Morgen" genauso wenig.

Du weißt heute nicht sicher, ob es für dich morgen geben wird. Das Einzige, was du mit Sicherheit weißt: Du lebst jetzt, in diesem Moment. Zukunft ist keine reale Größe, sondern lediglich eine gedankliche Prognose – eine Annahme darüber, was wahrscheinlich passieren wird.


Genau dieses Prinzip machen sich manche Kneipenwirte zunutze: Ein Schild mit der Aufschrift "Freibier gibt's morgen" lockt regelmäßig neue Gäste an, die am nächsten Tag enttäuscht feststellen müssen, dass das Schild immer noch dasselbe sagt – Freibier gibt es eben erst morgen. Bis heute war immer nur heute. Morgen war noch nie.


Was Kompetenz mit Aufschieben zu tun hat

Wer nicht nach eigenen Wünschen lebt, lebt zwangsläufig nach den Vorstellungen anderer. Und wer keine eigenen Ziele verfolgt, wird häufig für die Ziele anderer eingespannt. So entsteht über Jahre ein Leben, das äußerlich funktioniert, aber innerlich nicht das eigene ist.


Aufschieben von...

Kurzfristige Folge

Langfristiges Risiko

Unangenehmen Aufgaben

Kurzfristige Erleichterung

Energieverlust durch ständiges Verschieben

Eigenen Wünschen und Zielen

Vermeintliche Sicherheit im Gewohnten

Ein Leben nach fremden Vorstellungen

Zeit mit wichtigen Menschen

Scheinbar "mehr Zeit" für anderes

Verpasste, nicht nachholbare Momente


Eine Geschichte, die alles verändert

Eine Bekannte, die als Schauspielerin arbeitet, erzählte von einem Dreh im Keller eines Altenheims in München. Zwischen wild zusammengewürfelten Möbeln standen unzählige blaue Müllsäcke – jeder mit einem handgeschriebenen Zettel: Name, Todesdatum, Entsorgungsdatum. Darin: die letzten Habseligkeiten verstorbener Bewohner, die oft monatelang auf niemanden warteten, der sie abholt.

Auf manchen Säcken lag ein zerfleddertes Stofftier, auf anderen ein Kinderbild oder angefangenes Strickzeug. Die Quintessenz eines ganzen Lebens – zusammengefasst in einem einzigen blauen Müllsack, den niemand abholt.


Deine Zeit, sie mit anderen Menschen zu teilen, ist begrenzt. Du kannst sie nicht morgen teilen – nur heute.


Was das für dich bedeutet

Ein Satz bringt es auf den Punkt: „An den Gräbern der meisten Menschen trauert tief verschleiert ihr ungelebtes Leben." Wenn du zu lange auf den perfekten Moment wartest, verpasst du oft genau den Moment, in dem du eigentlich handeln könntest.


Frag dich ehrlich:

  • Welche Länder wolltest du schon immer bereisen?

  • Welche Menschen wolltest du längst wieder treffen?

  • Welche Kindheitsträume hast du zugunsten eines "vernünftigen" Lebens beiseitegeschoben?

  • Wann hast du zuletzt bewusst Zeit mit deiner Familie oder deinen besten Freunden verbracht?


Ein persönliches Beispiel dazu: Ein guter, väterlicher Freund, den ich seit meiner Jugend verehrt habe, fragt mich regelmäßig, wann ich ihn wieder besuche. Früher wäre ich 250 Kilometer zu Fuß gegangen, um ihn zu treffen. Heute ertappe ich mich manchmal bei Ausreden wie "muss ich mal schauen, wann ich Zeit habe" – und merke: Das ist Selbstbetrug. Wenn jemand dir bewusst seine Lebenszeit schenken will, ist "keine Zeit haben" selten die Wahrheit.


Häufig gestellte Fragen

Bedeutet das, ich soll gar nicht mehr planen? Nein. Planung und langfristige Ziele bleiben wichtig. Der Unterschied liegt darin, konkrete Handlungen und Begegnungen nicht endlos zu verschieben, sondern bewusst jetzt zu handeln, wo es möglich ist.

Warum fällt es so schwer, mit dem Aufschieben aufzuhören? Aufschieben fühlt sich kurzfristig entlastend an, weil du dich vor Unangenehmem schützt. Der Preis dafür zeigt sich erst später – in Form verpasster Gelegenheiten und Momente, die sich nicht nachholen lassen.

Wie fange ich konkret an, weniger aufzuschieben? Beginne mit einer einzigen konkreten Handlung: ein Anruf, ein Besuch, ein lange aufgeschobenes Gespräch. Der erste Schritt ist meist der schwerste – danach wird die Umsetzung leichter.


Fazit

Die Vorstellung von "morgen" ist bequem, aber trügerisch. Du besitzt mit Sicherheit nur den jetzigen Moment. Wer wichtige Wünsche, Begegnungen und Entscheidungen konsequent aufschiebt, riskiert am Ende ein Leben, das von außen bestimmt wurde statt von innen gelebt. Schiebe nichts mehr auf morgen – denn morgen war noch nie.

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