Wie Schicksalsschläge das Leben verändern: Die Lektion von Randy Pausch
- Steffen Kirchner

- 10. Sept. 2012
- 3 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet: Randy Pausch, ein amerikanischer Professor mit unheilbarem Bauchspeicheldrüsenkrebs, zeigte mit seiner weltberühmten "Last Lecture", dass nicht die Umstände, die uns treffen, unser Leben bestimmen – sondern die Entscheidung, wie wir mit ihnen umgehen. Sein Leben ist der Beweis dafür, dass aus "Schicksal" ein "Machsal" werden kann, wenn du selbst aktiv gestaltest, statt nur zu erleiden.
Letzte Aktualisierung: Aug. 2026
Das Leben als Kartenspiel
„We cannot change the cards we are dealt, just how we play the hand" – wir können nicht kontrollieren, welche Karten wir im Leben bekommen, aber wir entscheiden, wie wir sie spielen. Dieser Satz von Randy Pausch bringt eine einfache, aber wirkungsvolle Wahrheit auf den Punkt.
Beim Kartenspiel bekommst du zu Beginn eine bestimmte Hand, auf deren Qualität du keinen Einfluss hast. Genauso wenig konntest du dir dein familiäres Umfeld oder deine Startbedingungen im Leben aussuchen. Der entscheidende Unterschied zeigt sich aber danach: Gute Pokerspieler wissen, dass man auch mit einer schwachen Hand gewinnen kann – mit der richtigen Einstellung, Wissen und Können.
Aus Schicksal wird Machsal: Lebenserfolg wird nicht zugeteilt, sondern gemacht.
Die "Last Lecture" – Kindheitsträume wirklich wahr werden lassen
Randy Pausch war Professor an der Carnegie Mellon University, als bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde. An vielen Universitäten gibt es die Tradition der "Last Lecture" – Professoren halten eine Vorlesung, als wäre es ihre letzte. Als die Universität Pausch am 18. September 2007 zu genau dieser Vorlesung einlud, war den über 400 Anwesenden klar: Diesmal war der Titel wörtlich gemeint.
Der Vortrag trug den Titel „Really Achieving Your Childhood Dreams" (Deine Kindheitsträume wirklich wahr werden lassen). Zu Beginn zeigte er eine Aufnahme seiner Tumore auf der Leinwand – sprach danach aber weder über Krebs noch über das Sterben, sondern hielt eine humorvolle, lebensbejahende Rede über seine wichtigsten Lebenserkenntnisse.
Wie aus einer Vorlesung eine weltweite Bewegung wurde
Innerhalb weniger Tage wurde die Aufzeichnung der Vorlesung über eine Million Mal heruntergeladen. Pausch wurde in Fernsehsendungen eingeladen, unzählige Medien berichteten über seine Geschichte. Dabei war die ursprüngliche Motivation eine ganz persönliche: Er wollte seinen Kindern später etwas von seiner Lebenserfahrung hinterlassen.
Gemeinsam mit dem Wall-Street-Journal-Kolumnisten Jeffrey Zaslow vertiefte Pausch die Inhalte 2008 im Buch "The Last Lecture", das sowohl in den USA als auch in Deutschland sofort in den Bestsellerlisten landete.
"Ich lebe von geliehener Zeit"
Nach der ersten Diagnose gaben ihm die Ärzte eine Lebenserwartung von etwa drei Monaten, mit sehr viel Glück maximal sechs Monate. Tatsächlich lebte er noch rund 24 Monate – deutlich länger als prognostiziert.
Prognose | Tatsächlicher Verlauf |
3 Monate Lebenserwartung nach Erstdiagnose | Rund 24 Monate gelebt |
6 Monate im besten Fall laut Ärzten | Fast das Vierfache der optimistischsten Prognose |
Sein eigener Kommentar dazu: „Ich weiß, dass ich von geliehener Zeit lebe." Sein Wille, seine Liebe zur Familie und sein Wunsch, anderen Menschen etwas mitzugeben, verschafften ihm nicht nur zusätzliche Zeit, sondern vor allem eine völlig neue Intensität in seinem Erleben.
Was du aus Pauschs Geschichte für dein eigenes Leben mitnehmen kannst
Einer seiner meistzitierten Sätze lautete: „Dieser Vortrag handelt nicht vom Sterben, sondern davon, richtig zu leben." Das ist die eigentliche Kernbotschaft: Randy Pausch nutzte seine letzten Monate, um intensiver zu leben als in vielen gesunden Jahren zuvor – nicht weil er keine Wahl hatte, sondern weil er sich bewusst dafür entschied.
Fragen, die sich daraus für deinen eigenen Alltag ableiten lassen:
Womit beschäftigst du dich aktuell wirklich – mit dem, was dir wichtig ist, oder mit dem, was einfach passiert?
Was würdest du anders machen, wenn du wüsstest, dass deine Zeit begrenzt ist? (Sie ist es ohnehin.)
Welche Kindheitsträume hast du selbst noch nicht verwirklicht?
Häufig gestellte Fragen
Woran ist Randy Pausch gestorben? Er starb am 25. Juli 2008 an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs, etwa zehn Monate nach seiner "Last Lecture".
Was war die Kernbotschaft der "Last Lecture"? Dass Kindheitsträume erreichbar sind, wenn man mit der richtigen Einstellung an Hindernisse herangeht – und dass die Umstände, die uns treffen, weniger entscheidend sind als die Art, wie wir damit umgehen.
Warum wurde die Vorlesung so bekannt? Weil sie trotz der tragischen Ausgangslage keine Rede über das Sterben war, sondern eine humorvolle, lebensbejahende Botschaft über echtes Leben – ein Kontrast, der Millionen Menschen weltweit berührte.
Fazit
Randy Pausch bekam eine denkbar schlechte Hand Karten. Trotzdem entschied er sich, sie so gut wie möglich zu spielen – und schenkte damit nicht nur seiner Familie, sondern Millionen fremder Menschen eine bleibende Lebenslektion. Die Frage, die daraus für dich bleibt: Wartest du auf bessere Karten, oder spielst du die Hand, die du gerade hast?




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